Sind Pilze im Drogentest nachweisbar?

Inhaltsverzeichnis: Sind Pilze im Drogentest nachweisbar?
Wer mit psychoaktiven Pilzen experimentiert – sei es neugierig, bewusst oder spontan –, stellt sich früher oder später die Frage: Können Psilocybin-Pilze beim Drogentest entdeckt werden? Und falls ja: Wie lange sind sie überhaupt nachweisbar? Ob bei einer Polizeikontrolle, im Rahmen eines Screenings im Job oder einfach aus Sorge vor Konsequenzen – rund um dieses Thema kursieren viele Halbwahrheiten.
Hier kommt ein klarer Überblick. Ohne Moralkeule. Ohne Panik. Sondern so, wie man’s auch einem guten Freund erzählen würde: verständlich, konkret – und mit einem Blick auf die Realität da draußen.
Was sind „Pilze“ im Drogentest-Kontext überhaupt?
Wenn von „Pilzen“ die Rede ist, meint niemand Steinchampignons im Abendessen, sondern psychoaktive Arten wie Psilocybe cubensis, auch „Magic Mushrooms“ genannt. Der Hauptwirkstoff darin: Psilocybin, das im Körper zu Psilocin umgewandelt wird – und genau das sorgt für Halluzinationen, verändertes Denken und manchmal auch eine Achterbahnfahrt durchs eigene Unterbewusstsein.
Auch wenn Psilocybin-Pilze in vielen Kulturen eine spirituelle oder therapeutische Bedeutung haben: In Deutschland gelten sie laut Betäubungsmittelgesetz (BtMG) als illegale Substanz – Besitz und Handel sind strafbar.
Kurz und knapp:
- Wirkstoffe: Psilocybin → wird im Körper zu Psilocin
- Wirkung: veränderte Wahrnehmung, Halluzinationen, verändertes Zeitempfinden
- Legalität in Deutschland: illegal nach BtMG
- Konsumform: meist getrocknet, als Tee oder pur verzehrt
Werden Pilze im Drogentest angezeigt?
Und jetzt zur eigentlichen Frage: Schlägt ein Drogentest auf Pilze an?
Die überraschende Antwort: In vielen Fällen – nein.
Die meisten Standard-Drogentests, wie sie etwa bei Verkehrskontrollen, im Job oder bei Screenings verwendet werden, sind auf gängige Substanzen ausgerichtet. Dazu gehören:
- THC (Cannabis)
- Kokain
- Amphetamine / Methamphetamine
- Opiate
- Benzodiazepine
Psilocybin steht in diesen Schnelltests nicht automatisch auf der Liste. Das bedeutet: Wenn du nicht gezielt auf Psilocybin hin getestet wirst, bleibt ein Konsum meist unerkannt. Aber (und das ist wichtig): Ausnahmen bestätigen die Regel.
Es gibt erweiterte Drogenscreenings, etwa bei richterlicher Anordnung, im Rahmen forensischer Gutachten oder bei auffälligem Verhalten. In diesen Fällen kann Psilocin sehr wohl nachgewiesen werden – vor allem über eine Blut- oder Urinprobe.
Welche Tests schlagen auf Pilze an?
Testart | Wahrscheinlichkeit, Pilze zu erkennen | Kommentar |
---|---|---|
Urintest (Standard) | Niedrig | Psilocybin meist nicht enthalten |
Urintest (erweitert) | Mittel bis hoch | Je nach Panel und Anlass möglich |
Bluttest | Hoch | Psilocin direkt messbar |
Haartest | Sehr niedrig bis nicht möglich | Psilocin lagert sich kaum ein |
Speicheltest | Sehr niedrig | Keine zuverlässige Methode |

Wie lange sind Pilze im Körper nachweisbar?
Der menschliche Körper baut Psilocybin recht zügig ab. Innerhalb weniger Stunden wird es größtenteils ausgeschieden – vor allem über den Urin. Trotzdem können Reste von Psilocin noch kurzzeitig im Blut oder Urin messbar sein, besonders bei gezielten Tests.
Hier ein paar Richtwerte zur Nachweisbarkeit:
- Urin: ca. 24 bis 48 Stunden (selten länger)
- Blut: bis zu 12 Stunden nach Konsum
- Haar: kaum bis nicht nachweisbar
- Speichel: sehr geringe bis keine Relevanz
Wichtig zu wissen:
Diese Zeiten sind Durchschnittswerte. Sie können schwanken – je nach Dosierung, individueller Stoffwechselrate und Testmethode. Wer also zwei Tage nach einem Trip getestet wird, hat gute Chancen, nicht positiv auf Pilze getestet zu werden. Aber verlassen sollte man sich darauf nicht – besonders wenn’s um den Führerschein oder arbeitsrechtliche Konsequenzen geht.
Pilze & Polizei: Was passiert bei einer Kontrolle?
Jetzt wird’s praxisnah. Was passiert, wenn die Polizei dich anhält und einen Drogentest verlangt? Hier kommt es auf mehrere Dinge an:
- Gibt es einen konkreten Verdacht? (z. B. auffälliges Verhalten)
- Wird ein Urintest oder gleich eine Blutprobe gemacht?
- Was genau soll getestet werden?
Ein paar Szenarien:
1. Allgemeine Verkehrskontrolle:
Wenn du unauffällig bist und nicht nach Cannabis riechst oder glasige Augen hast, ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass überhaupt getestet wird.
2. Du wirst getestet, aber nur mit Standard-Urintest:
Pilze fliegen meist unter dem Radar. Der Test erkennt sie nur, wenn speziell darauf getestet wird.
3. Auffälliges Verhalten → Blutprobe:
Jetzt kann’s ernst werden. Wenn die Polizei Blut abnimmt, kann Psilocin je nach Zeitpunkt des Konsums nachgewiesen werden. Und das hat juristische Folgen.
Fazit: Zwischen Glück und Risiko
Wer psychoaktive Pilze konsumiert, bewegt sich rechtlich auf dünnem Eis. Und auch wenn die Chancen, beim Standard-Drogentest aufzufliegen, gering sind – sie sind nicht null. Vor allem nicht bei konkretem Verdacht oder gerichtlicher Anordnung. Einmal kurz nicht aufgepasst, und aus einem freiwilligen Ausflug wird ein juristisches Nachspiel.
Zusammengefasst:
- Standard-Urintests zeigen Psilocybin meist nicht an
- Gezielte Blut- oder Urintests können den Konsum aber aufdecken
- Nachweiszeiten sind kurz, aber nicht gleich null
- Polizeikontrollen sind ein Risiko – vor allem bei auffälligem Verhalten
Ob du nun neugierig, vorsichtig oder einfach gut informiert sein willst: Es lohnt sich, die Fakten zu kennen – gerade bei einem Thema, das viele nur vom Hörensagen kennen. Denn Unwissenheit schützt bekanntlich nicht vor Konsequenzen. Aber Aufklärung schon eher.